Das Zigarettengenuss schwerste Erkrankungen zur Folge haben kann sollte jedem bekannt sein. Und das Rauchen Falten macht – das hat ja Mama schon immer gesagt. ;-) Deswegen an dieser Stelle ein etwas längerer Artikel zu dem neuen Trend statt zu rauchen eher zu “dampfen”.

Rauchen mit der E-Zigarette: Vorteile, Gefahren, Inhaltsstoffe.

Ist das elektronische Dampfen von nikotinhaltigen Liquids eine echte Alternative für Raucher?
Die Geschichte der E-Zigarette liest sich fast zu gut, um wahr zu sein. Ein richtiges Rauchgefühl, der Nikotinkick einer richtigen Zigarette – aber alles ohne Teer, Feinstaub, Gestank und Tabak – allerdings natürlich auch ohne Tabaksteuer. Während die Gemeinschaft der Menschen, die bisher geraucht haben, und sich nun für das “Dampfen” von Liquids entschieden haben, geradezu viral anzuwachsen scheint, ist die EU bestrebt, diese neue Technik zu verbieten, beziehungsweise den Verkauf einzuschränken. Ein Schelm, wer böses dabei denkt…

Ist Dampfen billiger als Rauchen?

Die Anschaffungskosten für ein gutes Einsteigerset samt Liquids liegen derzeit zwischen 40 bis 80 Euro und klingen damit relativ hochpreisig. Ein Fläschchen mit 10 ml Liquid kostet – je nach Hersteller – zwischen fünf bis neun Euro. Je nach Dampfverhalten reichen 10 ml Liquid ein bis vier Wochen. Auf Tabak- und Zigarettenkonsum hochgerechnet amortisiert sich dieses Investition aber meist schon nach einigen wenigen Wochen und ist langfristig sogar sehr viel günstiger.

Viele Raucher sind skeptisch – vor allem, weil es bisher kaum Möglichkeiten gibt, die E-Zigaretten, mit Markenbezeichnungen wie “Ego”, “Joy”, “Leo” oder “Lea”, in einem Geschäft mal real zu begutachten oder auszuprobieren. Der größte Teil des Vertriebs findet derzeit noch über den Internethandel statt, wo man auch – zum Beispiel in zahlreichen Foren oder auch auf Youtube – Informationen und Lehrvideos zu Handhabung und sogar zum basteltechnischen modifizieren der Verdampfer findet.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Die E-Zigaretten finden immer mehr Fans und halten in kleinem Umfang langsam Einzug in die traditionellen Tabakgeschäfte – beispielsweise in den größeren Einkaufszentren in Berlin, wie dem Ringcenter, kann man zumindest schon eine begrenzte Auswahl an Liquids kaufen.

Mit dem Rauchen aufhören? Nikotinfrei dank elektronischer Zigarette?

In Fernsehberichten, Artikeln und auch von einigen schwarzen Schafen unter den Verkäufern, werden Fakten zum elektronischen Rauchen oft unter der reißerischen Prämisse vermittelt, dass der Nutzer hiermit einfach von der Nikotinsucht los kommt. Das ist so natürlich nicht richtig, man muss hierbei ganz klar sehen: Man tauscht im Grunde ein Sucht gegen eine andere aus. Das Nervengift Nikton, das was den “Jieper” auf Zigaretten verursacht, wird hier nur in einer anderen Form als vorher verabreicht.

Ganz abgesehen davon, dass viele Menschen auch aus Genuss oder Form von privatem “Luxus” und Entspannung gerne Nikotin zu sich nehmen, zeigen Berichte von Nutzern, dass langfristig die Lebensqualität steigt, der Nikotinkonsum meist sinkt und in einigen seltenen Fällen sogar ein Umstieg auf komplett nikotinfreie Liquids erfolgt.

Woraus bestehen die Liquids für die E-Zigaretten?

Die Liquids sind in verschiedenen Geschmacksrichtungen – zum Beispiel Apfel, Pfirsich, Waldmeister, Irish Coffee oder Minze, aber auch in so geschmacklichen Seltsamkeiten wie Eierlikör oder Amaretto – und Stärken erhältlich. Die Stärke verläuft hier von vollkommen nikotinfreien Liquids über “low” (5-6 mg Nikotin), “medium” (9-11 mg), “high” (16-18 mg) bis hin zu “xhigh” (24-26 mg).

Auf Nachfrage erklärte mir der Chemiker E. L. zu der Zusammensetzung der Fluids:

“Das Fluid zum Verdampfen besteht aus 1,2-Propylenglycol E 1520 (PG) oder Gylcerin E 422 oder eine Mischung aus Beidem. Beide Stoffe sind unbedenklich und werden in der Medizin, Kosmetik, Lebensmittelindustrie und zum Erzeugen von Nebel (zum Beispiel in der Disco) eingesetzt. PG ist zudem auch noch antibakteriell. Es gibt Menschen die auf PG oder Glycerin allergisch reagieren. Manchmal wird auch noch Alkohol oder Wasser hinzugemischt. Hinzu kommen noch (lebensmittelrechtlich zugelassene) Aromastoffe und gegebenenfalls Nikotin, welches die einzige giftige Substanz im Fluid ist.”

Gefahren und Vorteile beim elektronischen Rauchen

Es gibt noch keine genauen Belege, aber es wird von vielen Verbrauchern angenommen, dass das Krebsrisiko bei E-Zigaretten sehr viel geringer ist, als bei herkömmlichen Zigaretten aus Tabak.
Konsumenten, die von Zigaretten auf elektronische Zigaretten und Verdampfer umgestiegen sind, berichten jedenfalls, dass die typischen Faktoren wie Raucherhusten, Kurzatmigkeit und vor allem der typische Gestank nach schalem Rauch entfallen.

Welche Langzeitwirkungen die Fluids genau haben, ist sicherlich heutzutage noch nicht abzusehen. Fast zu schwarzzeherische Warnungen zu den E-Zigaretten kann man – ebenso wie überbordende Versprechungen – überall im Internet finden. Jeder Raucher oder Dampfer muss dieses Risiko selbst abwägen. Dass die Inhalation von Nikotin nicht gesundheitlich empfehlenswert ist – egal ob als Zigarette oder E-Zigarette – sollte jedem klar sein. Angesichts der schädlichen Inhaltsstoffe von Zigaretten (3800 chemische Verbindungen, viele davon Feinstaub und mindestens 40 verschiedene krebserregende Stoffe) klingen die teilweise sehr emotional vorgetragenen Argumente gegen die E-Zigaretten und ihre vermutete Schädlichkeit etwas seltsam in den Ohren vieler Raucher, die über diese echte Alternative nachdenken.

 Quellen & weiterführende Links:

Gesundheitliche Risiken der elektronischen Zigarette (englischer Originaltext)

Bedenkliche Zusatzstoffe bei Liquids (Welt)

Zigaretten ohne Rauch (Stern)

Inhaltsstoffe von Zigaretten

Dampfen auf eigene Verantwortung

Funktionsweise und Kosten der E-Zigarette

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel fachärztlichen Rat niemals ersetzen kann!

Urheberrecht: Shermin Arif. Verwendung des Textes nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.

date9 Dez

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